180510110555-LOM

Wie man auf dem Foto – ich mit weissem Cap unter dem Swiss-Flugzeug smile – unschwer erkennen kann, war das Wetter für einmal am Flughafenlauf nicht das Beste. Es war nass, kalt und windig.

Seit letztem Jahr gibt es beim Traditionell am Auffahrtstag ausgetragenen Lauf, ein neues Start-/Zielgelände. Die berühmtberüchtigte Schlusssteigung gab es nicht mehr. Irgendwie schade wink.

Den Lauf rund um dem Flughafen mag ich, weil flach. Es war heuer bereits meine 7. Teilnahme. Meine Renntaktik war auf «Angriff» ausgerichtet. Ich wollte nahe an den 60 Minuten, oder sogar darunter, ins Ziel einlaufen.

Der Start glückte mir wie gewünscht. Ich konnte in einer kleinen Gruppe mitlaufen. Das Tempo würde nach zirka 4 Kilometer etwas langsamer, weshalb ich darauf an die Spitze der Verfolgergruppe ging. Es konnte mir nur noch ein Läufer folgen. Ab Kilometer 8 musste ich mein «Gspändli» dann ziehen lassen. Meine Beine fühlten sich schon ziemlich schwer an und noch war nicht Halbzeit ☹. Auf den nächsten 4 Kilometer versuchte ich – mittlerweile solo unterwegs – die Geschwindigkeit einigermassen aufrechtzuhalten, verbrauchte dabei aber weitere «Körner». Meine Wunschendzeit rückte mit jedem Kilometer etwas weiter in die Ferne. Die letzten 5 Kilometer absolvierte ich 15 - 20 Sekunden pro Kilometer zu langsam. So kam es, wie es kommen musste. 3 Läufer holten mich ein und liessen mich gleichstehen. Nach 62 Minuten rannte ich unter dem Zielbogen durch. Ein Exploit war es heute nicht, aber eine solide Leistung. Vielleicht hatte ich zu Beginn des Wettkampfes etwas «überpaced», eventuell spürte ich den London Marathon noch in den Beinen oder hatte schlicht nicht den allerbesten Tag eingezogen.

Ich freue mich nun auf eine Trainingsphase, bevor es Ende Mai in Winterthur zum «Heimrennen» geht. Dies dann über die Halbmarathondistanz.

82672713620009

Der London Marathon wird mir in vielerlei Hinsicht in sehr guter Erinnerung bleiben.

Einerseits war die Stimmung fantastisch! So viele Zuschauer, so laute Zuschauer hatte ich noch nie erlebt. Sie waren überall zugegen und dies vom ersten bis zum letzten Meter. Unglaublich! Unschlagbar!

Anderseits lief ich an meinem 35. Marathon erstmals ein Negativ-Splitt sprich die zweite Hälfte schneller als die erste. Dieses Kunststück glückt nicht jedem Läufer. Ich brauchte 18 Jahre oder, wie bereits oben erwähnt, 35 Marathons dafür.

Zu guter Letzt gelang mir bei dem heissesten London Marathon aller Zeiten mit 2:45:33 eine gute Zeit, was mir den 282. Rang unter 40'000 Teilnehmer einbrachte. cool

 

Dafür war es noch einen Tag vor dem Start nicht sicher, ob ich überhaupt starten kann.

14 Tage zuvor musste ich beim letzten Wettkampf vor dem Marathon verletzungsbedingt beinahe aufgeben und konnte das Rennen nicht wie gewünscht absolvieren. Adduktoren-Probleme begleiteten mich danach. Schnelle Einheiten waren absolut tabu.

Wäre es nicht schon genug, zwickte mich 6 Tage vor dem Start zusätzlich noch der rechte, hintere Oberschenkel. Ich musste gar das Training abbrechen.

In der Folge verzichtete ich auf jegliches Training, um nicht ein DNF (Did Not Finish) oder DNS (Did Not Start) zu riskieren.

Die Tapering-Phase stellte ich mir natürlich ganz anders vor. Mental waren die Tage nicht einfach. Gewisse Zweifel kamen immer wieder auf. Ich versuchte… ich blieb dennoch optimistisch.

 

Da man den London Marathon nicht selbst buchen kann, schlossen wir uns dem Reiseveranstalter von Markus Ryffel an.

Am Freitagmorgen flogen wir nach London. «Wir» bedeutet meine Frau Petra, mein Sohn Nicola und ich. Mit dabei waren auch zirka 20 weitere Personen, welche über Markus Ryffel’s Marathonreisen gebucht hatten. Petra lief ebenfalls den Marathon. Sie beendete diesen in sehr guten 3:22:53! kiss

Nach dem kurzweiligen Flug ging es mit der Gruppe per Bus zum Expo-Gelände, wo wir die Startunterlagen abholten und noch ein wenig Zeit hatten, um in der Expo herumzuschlendern. Danach ging es weiter per Bus zum Hotel. Wir fuhren einige Streckenabschnitte des Marathons ab, um einen kleinen Eindruck vom Bevorstehenden zu erhalten. Der Reiseveranstalter wählte ein Hotel in Ziel nähe. Das ist praktisch, denn nach 42,195 Kilometer mag unsereins nicht mehr so weit zu laufen. wink

Am Freitagabend gab es mit der Gruppe noch ein sehr kurzes und sehr lockeres Läufchen. Dabei wurde das Zielgelände inspiziert. Den Rest des Abends waren wir frei. Wir gingen asiatisch essen.

 

Am Samstagmorgen gab es ein weiteres kurzes und lockeres Läufchen. Diese 2 «Trainingseinheiten» konnte ich ohne Probleme sprich Schmerzen absolvieren, doch sie waren weit von meinem Marathontempo entfernt.

Der Rest des Tages war ich mit der Familie in London unterwegs. Wir liefen mehr als erwünscht und gewollt. Nicola wollte unbedingt noch einen bestimmten Kleiderladen namens Surpreme aufsuchen. Zum Entsetzen meines Sohnes muss ich gestehen, dass ich noch nie von «Surpreme» gehört hatte. wink Wir irrten eine Weile in der Stadt herum bis wir diesen endlich gefunden hatten. frown

Das Abendessen nahmen wir dann mit der Laufgruppe bei einem Italiener ein. Nebst Spaghetti Napoli gönnte ich mir ein Glas Rotwein.

 

Sonntags war um 05:15 Uhr Tagwache. Nach einem 15-minütigen lockeren Läufchen ging es zum Frühstück. Wie immer, brachte ich meine «Henkersmahlzeit» selbst aus der Schweiz mit. Reis «blutt».

Um 07:00 Uhr holte uns der Bus ab, welcher uns zum Startgelände fuhr. Wir waren bereits 2,5 Stunden vor dem Start vor Ort. Langes Warten war angesagt, aber es war eine gute Entscheidung, so früh zu fahren. Das Gelände fühlte sich immer mehr und mehr und die Schattenplätze in den Zelten wurden sehr rar. Wir hatten uns längst in einem solchen breit gemacht und «chillten» noch ein wenig. Die Temperaturen waren bereits vor dem Start auf 20° oder mehr geklettert.

Um 10:00 Uhr ertönte der lang ersehnte Startschuss. Ausgelöst wurde dieser von der QE2 (Queen Elisabeth II), welche tags davor 92 Jahre alt wurde. Happy Birthday! Die Freude auf den Lauf war gross, aber meine Anspannung respektive meine Unsicherheit betreffend Gesundheit war immer im Hinterkopf. Nach den ersten Metern fühlte ich mich grossartig. Ich hörte in meinen Körper hinein… es war still und das war gut so. Nach 3 Kilometer wollte ich ein wenig das Tempo forcieren. Ich musste sofort wieder reduzieren, weil mein lädierter «Hamstring» sich meldete. Ich dachte schon, dass es das war. Aus! Ende! Vorbei! Der Schmerz verging nicht, aber ich konnte weiterlaufen. Die grossartige Stimmung am Streckenrand liess mich allmählich alles vergessen. Ich lief im Tunnel. Ständig horchte ich in meinem Körper, überprüfte die Kilometerzeiten, verpflegte mich nach Plan und freute mich auf die Tower-Bridge, denn dort sollte ich Nicola treffen. Als ich mich der Brücke näherte, entdeckte ich ihn unter den Zuschauern. Ich konnte natürlich nicht anhalten und mit ihm reden, aber bereits der Augenkontakt gab mir viel Kraft und Zuversicht. Mittlerweile waren 20 Kilometer geschafft und ich war noch immer im Rennen. Die Rennhälfte passierte ich kurze Zeit später in 1:23:03. Die Hitze war enorm und Bestzeiten waren unmöglich. Doch für meine Muskulatur waren die warmen Temperaturen ein Segen. In der Folge konnte ich mein Tempo halten und gar leicht steigern. Ich lief zeitweise wie im Rausch und musste mich immer wieder selbst bremsen. Schliesslich lagen noch einige Kilometer vor mir und die 35 Kilometer Grenze war noch nicht erreicht. Als ich diese passierte, wusste ich, dass ich das Ziel auf jeden Fall erreichen werde, sei es im Gehen. Ein weiteres Merkmal von London, das London Eye, war in Sichtweite. Die Erleichterung war gross. Die letzten 3 Kilometer wurden dann auch für mich hart. Die Müdigkeit war unterdessen auch bei mir angekommen. Den Zieleinlauf genoss ich soweit es noch ging. Ich war stolz und überglücklich über das Ergebnis. 1:22:30 brauchte ich für die 2. Hälfte. Einfach nur geil! cool

 

Resultat (Zahlen)

Resultat (Grafik)

Fotos

GPDuebendorf20180407

Am letzten Samstag fand der 40. GP Dübendorf im Rahmen des ZüriLaufCup’s statt. Das Rennen mag ich seit jeher. Dies aus zweierlei Gründen. Einerseits ist die Strecke flach und andererseits ist sie nur einen Katzensprung von meinem Arbeitsort entfernt. Man könnte von einem «Heimrennen» respektive «Bürorennen» sprechen. Das Wetter präsentierte sich heuer fantastisch. Frühlingswetter pur. Die Temperaturen lagen um die 20 Grad Celsius, was für unsereins (noch) sehr ungewohnt war.

Die Vorbereitung auf den wichtigen Wettkampf verlief – sagen wir es einmal so – nicht optimal. Ich hatte mir im Training den rechten Oberschenkel gezerrt, entzündet oder was auch immer. Auf jeden Fall war ich deshalb unsicher, wie ich den Lauf angehen sollte. Vollgas? Marathontempo? Trainingslauf? Wichtig war das Rennen, weil es als Abschlusstest vor dem London Marathon dienen sollte. Nach diesem Rennen wollte ich mir die Marathonzeit definieren.

Ich entschied mich vor dem Start auf die Variante «Vollgas», da ich beim Einlaufen keinerlei Schmerzen spürte. Die ersten 3 Kilometer ging ich flott an, jedoch ohne zu überpacen. Alles im grünen Bereich könnte man meinen. Dem war aber nicht so! Mein verletzter Oberschenkel sendete mir kurze Zeit später erste Signale. Ich nahm etwas Tempo raus, aber eine Linderung blieb aus. Bei der Verpflegungsstation, kurz nach Kilometer 4, wartete ich auf Petra, um mir ihr den Rest des Laufes gemeinsam zu bewältigen. Das Ziel erreichten wir zusammen in unter 44 Minuten.

Mein Fazit des Rennens ist etwas zwiespältig. Ich bin überzeugt, dass heute eine gute Zeit drin gelegen wäre. Ich hatte gute Beine und fühlte mich mental hervorragend. So gesehen, nehme ich auch etwas Positives mit. Die erneute Verletzung ist natürlich hinsichtlich des London Marathons negativ. Ich, als Daueroptimist, bin jedoch davon überzeugt, dass ich am 22 April fit an der Startlinie stehen werde. Mein Ziel für die 42’195 Meter bleibt unverändert -> 2:45 – 2:48.